Zink
Funktion und Bedarf
Zink ist Aktivator oder Bestandteil zahlreicher Enzyme im Protein-, Fett, Kohlenhydrat- und Nukleinsäurestoffwechsel sowie von Hormonen und Rezeptoren. Die tägliche empfohlene Zufuhr beträgt für Jugendliche Erwachsene 7 bis 10 mg, für Kinder 3 bis 7 mg.
Vorkommen in Lebensmitteln
Gute Zinkquellen sind Fleisch, Eier, Milch und Käse. Bei den pflanzlichen Lebensmitteln dienen u.a. Vollkornprodukte der Zinkversorgung.
Mögliche Mangelerscheinungen
Zinkmangel kann sich durch Appetitlosigkeit, Haarausfall, Durchfall, veränderte Geschmacksempfindungen, verzögerte Wundheilung oder erhöhte Infektanfälligkeit äußern.
Versorgungslage
Die Zinkversorgung ist ausreichend.
Zink-Histidin übertrifft die Wirksamkeit der herkömmlichen Erkältungsmedikamente
Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Zink kann die Dauer einer Erkältung deutlich reduzieren
Der Schnupfenwelle mit Zink kontern
Das lebensnotwendige Spurenelement Zink hat im Gegensatz zu den Erkältungsmedikamenten das Potential, vor Erkältung zu schützen und die Dauer sowie die Intensität einer Erkältung herabzusetzen, so Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Zink kann die Erkältung um durchschnittlich 3,6 Tage verkürzen. Die Erkältung ist die häufigste Erkrankung des Menschen, jeder Erwachsene klagt im Durchschnitt zweimal jährlich über die typischen Symptome wie Schnupfen, Heiserkeit, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Husten. Die dadurch entstehenden Kosten im Gesundheitssystem und in der Wirtschaft sind immens. Trotz der umfangreichen Forschungen auf diesem Gebiet ist die Medizin bis heute nur in der Lage, die Symptome zu maskieren. Ob mit oder ohne Medikamente, die Dauer einer Erkältung ließ sich bisher nicht beeinflussen. Zink bildet hier die Ausnahme, denn wie eine amerikanische Studie* zeigt, ist die Erkältungsdauer durch eine Therapie mit Zinkkapseln deutlich verkürzt.
An dieser Studie nahmen insgesamt 48 Probanden teil, die seit weniger als 24 Stunden über mindestens zwei von zehn festgelegten Erkältungssymptomen klagten. Alle Teilnehmer erhielten Pastillen, die sich weder in Gewicht, Aussehen noch Geschmack unterschieden. Die Pastillen der Zink-Gruppe (25 Teilnehmer) enthielten, im Gegensatz zu denen der Placebo-Gruppe (23 Teilnehmer), 12,8 Milligramm Zink. Beide Gruppen wurden angewiesen, während sie wach waren, alle zwei bis drei Stunden ein Zinkpräparat einzunehmen und das, solange sie Erkältungssymptome verspürten. Zudem gab es die Anweisung, keine anderen Maßnahmen gegen die Erkältung zu ergreifen.
Das Ergebnis der Studie zeigt bei der Zink-Gruppe eine deutlich verkürzte durchschnittliche Dauer der Symptome mit 4,5 Tagen, im Gegensatz zu durchschnittlich 8,1 Tagen bei der Placebo-Gruppe. Auch die Intensität der Symptome war bei der Intervention mit Zink reduziert. Aber auch, wer schon erkältet ist, kann, so beweist die Studie, die Erkältung mit Hilfe von Zink eindämmen und verkürzen, so Müller. Zink-Histidin hat wie alle organischen Zinkverbindungen gegenüber den anorganischen Zink-Verbindungen den entscheidenden Vorteil einer besseren Resorption im Körper. Die Resorption von Zink-Histidin ist im Vergleich zu Zinksulfat um bis zu 40 Prozent*1 besser.
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik empfiehlt vor dem Haupterkältungszeiten im Frühjahr und Herbst für sechs bis acht Wochen eine besonders gesunde Lebensführung, reichlich Bewegung, viel frisches Gemüse und Obst sowie, täglich 15 Milligramm Zink-Histidin zur Vorbeugung einzunehmen, so Müller.
* Prasad As et al.: Duration of symptoms and plasma cytokine levels in patients with the common cold treated with zinc acetate. Ann Intern Med. 2000; 133
*1 Orginalarbeit "Bioverfügbarkeit von Zink-Präparaten", Mittmann U., Journal Pharmakol. U. Ther., 2001, 5, 150