Wasser - Die Magenentleerungsrate von Flüssigkeiten
Viele Studien haben sich mit dem Einfluss der Zugabe von Nährstoffen in Getränken auf deren jeweilige Magenentleerungsrate befasst. Bei den Rehydratationsgetränken wurde vor allem die Wirkung von Kohlenhydrat- und Elektrolytzugaben, speziell Natrium, untersucht. Der wichtigste Faktor, der die Magenentleerung beeinflusst, ist der Kohlenhydratgehalt, wohingegen die Osmolalität (osmolare Konzentration der gelösten Teilchen) für diesen Aspekt zweitrangig ist.
Die Zugabe von Glucose (Traubenzucker) in Konzentrationen über 5 % verzögert die Magenentleerungsrate von Flüssigkeiten. Einige Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass auch mehr Kohlenhydrate (bis 8 %) zugesetzt werden können, ohne dass sich die Magenentleerungsrate wesentlich ändert, sofern Saccharose (Rüben- bzw. Rohrzucker) oder Maltodextrin (kurzkettiger Mehrfachzucker) anstelle von Glucose verwendet wird. Bei Kohlenhydratkonzentrationen über 10 % nimmt die Magenentleerungsrate relativ stark ab. Das Zufügen von Elektrolyten sowie von Kohlensäure scheint hingegen nur einen geringen bzw. gar keinen Effekt auf die Magenentleerungsrate zu haben.
In der wissenschaftlichen Literatur finden sich bis dato keine Studien, die sich mit der Wirkung von Fruchtsäften auf die Magenentleerungsrate befassen. Es besteht jedoch kein Zweifel darüber, dass der Kohlenhydratgehalt dieser Getränke relativ hoch (11 bis 12 %) und somit deren Magenentleerung, verglichen mit weniger konzentrierten Getränken, verzögert ist. Dasselbe gilt auch für Cola-Getränke, die ebenfalls einen hohen Zuckergehalt (10 bis 11 %) aufweisen.
Zu den weiteren Faktoren, die zu einer Verzögerung der Magenentleerung von Fruchtsäften führen können, zählen bestimmte Fruchtkomponenten und organische Säuren. Der pH-Wert eines Sportgetränkes sollte nicht unter 4 sein.
Um in Hinblick auf die Flüssigkeits- und Energieversorgung optimal wirken zu können, sollte der Kohlenhydratgehalt eines Getränkes nicht mehr als 80 Gramm pro Liter betragen (vorzugsweise Maltodextrin).
Getränke mit einem hohen Zuckeranteil sind meist hyperton, haben also eine höhere Teilchenkonzentration als das Blut. Werden sie unverdünnt getrunken, so muss der Körper erst Wasser zur Verdünnung in den Darm abgeben. Es kommt also zunächst zu einem Wasserverlust. Auch werden Erbrechen und Oberbauchkrämpfe durch hypertone Getränke begünstigt. In Sportgetränken findet deshalb häufig Maltodextrin Verwendung, da dieses Kohlenhydrat die Teilchenzahl deutlich verringert.
Maximal können 1 bis 1,2 Liter Flüssigkeit vom Körper unter Belastung aufgenommen werden. Mit steigender Intensität sinkt die maximale Flüssigkeitsmenge. Bei gemäßigter Ausdauerbelastung werden deshalb ca. 250 ml Flüssigkeit alle 15 Minuten empfohlen. Bei intensiver Ausdauerbelastung sollte die Trinkmenge nur 4 mal 150 bis 200 ml betragen. Wichtig ist es, mit dem Trinken zu beginnen, bevor das Durstgefühl kommt, um einen frühen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden. Vor allem bei intensiven Belastungen geht deutlich mehr Schweiß verloren, als Flüssigkeit aufgenommen werden kann. Während intensiver Trainingsphasen sollte deshalb auch in den Ruhephasen auf eine möglichst hohe Trinkmenge geachtet werden. Ein gesunder Mensch kann niemals zu viel trinken.
Um den Blutzucker möglichst konstant zu halten und die Kohlenhydratspeicher zu schonen, bietet es sich an, Getränke mit Kohlenhydraten anzureichern. Ein optimales Sportgetränk sollte einen Kohlenhydratgehalt von 6 bis 7 % enthalten. Fruchtsaftschorlen, wie z.B. Apfelsaftschorle, enthalten zwar einen günstigen Kohlenhydratanteil, durch die Fruchtsäuren wird aber die Magenentleerung verringert.
Wenn der Körper Flüssigkeit verliert, gehen damit auch automatisch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium verloren. Der Verlust an Natrium ist um ein Vielfaches höher als der anderer Elektrolyte.
Besonders bei warmer Umgebung kann sich ein Natriummangel mit Krämpfen und Muskelsteifigkeit entwickeln. Während einer Belastung sollte deshalb immer auf ein natriumreiches Mineralwasser bzw. ein geeignetes Sportgetränk zurückgegriffen werden. Weiterhin ist es sinnvoll, Sportgetränke mit antioxidativen Vitaminen (A, C, E) zu versetzen, um den Körper möglichst gut vor schädlichen Radikalen zu schützen, die bei jeder körperlichen Belastung entstehen. Sind Aminosäuren enthalten, so schützen diese vor Muskulaturverlust, stärken die Immunabwehr und sorgen für eine schnellere Regeneration.
Wichtig: Immer rechtzeitig Trinken - bevor das Durstgefühl kommt!