A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Taurin

Taurin ist kein essentieller Nährstoff und auch keine Aminosäure sondern ein Abbauprodukt der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein. Der Körper bildet bevorzugt in Leber und Gehirn täglich 50 bis 125 mg Taurin, eine Menge, die ausreicht, um den Bedarf zu decken. Mit der gemischten Ernährung werden etwa 200 mg pro Tag zusätzlich zugeführt, z.B. mit Fisch, Fleisch und Käse. Eigensynthese, Nahrungszufuhr und Körperspeicher sind wahrscheinlich auch für den stoffwechselgesunden Sportler ausreichend. Für die frühkindliche Entwicklung scheint Taurin von besonderer Bedeutung zu sein, weswegen industriell hergestellte Säuglingsnahrungen zum Teil mit Taurin angereichert sind.

Hauptfunktion

Das körpereigene Substrat Taurin erfüllt im menschlichen Stoffwechsel vielfältige Funktionen: u. a. Bildung von Gallensäureverbindungen und Stabilisierung des Zellmembranpotentials. Es ist eine wichtige antioxidative Substanz im Stoffwechsel. Eine ausreichende Verfügbarkeit von Taurin ist zudem für die Entwicklung des Zentralnervensystems, der Herzfunktion und der Retina im Kindesalter notwendig. Der Name Taurin entstand übrigens aufgrund des reichlichen Vorkommens in der Stiergalle (lateinisch "taurus" = Stier).

Einsatzgebiete

Zu den vielfältigen Funktionen von Taurin im Stoffwechsel existiert eine Fülle von Fachveröffentlichungen. Zu den möglichen positiven Effekten auf das Herz-Kreislauf-System während körperlicher Belastungen beschäftigte sich bisher vor allem eine japanische Forschergruppe. Mittlerweile stellte auch eine deutsche Arbeitsgruppe (Geiss) eine verbesserte Belastbarkeit fest, die mit niedrigeren Pulswerten und Katecholaminspiegeln (Stresshormone) einhergeht. Daraus resultiert die Hypothese, dass Taurin am Herzen zu einer Verbesserung der hämodynamischen Parameter und zur Ökonomisierung der Arbeitsleistung führt. Die in der Fachliteratur zu findende Aussage, dass Taurin an der Regulation des Zellvolumens beteiligt ist, führt möglicherweise zu seinem Einsatz in Zell-Voluminizern. Nach Aussagen des Arbeitskreises Sport und Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegen jedoch insgesamt keine gesicherten Erkenntnisse zur Leistungssteigerung im Sport durch Taurin vor.

Allgemeine Beurteilung

Bekannt geworden ist Taurin vor allem durch den Einsatz in sogenannten Energydrinks. Die gleichzeitige Zufuhr von Koffein macht aber deren Einsatz als Sportgetränk eher fraglich. Bekanntlich regt Koffein die Nieren zu einer vermehrten Wasserausscheidung an. Eine generelle Anreicherung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Taurin - unter der Zielsetzung Muscle-Food - kann nicht ausgesprochen werden. Am interessantesten dürfte die weitere Erforschung der körpereigenen und in der Nahrung befindlichen Substanz Taurin in Bezug auf die Herz-Kreislauf-Funktion sowie eventuell andere präventive Effekte der antioxidativen Substanz sein.