Niacin
Funktion und Bedarf
Unter dem Begriff Niacin werden Nicotinsäure und Nicotinsäureamid zusammengefasst. Der Körper kann die verschiedenen Formen ineinander umwandeln. Niacin ist Bestandteil der Coenzyme NAD (Nicotinamid-Adenindinukleotid) und NADP (Nicotinamid-Adenindinukleotid-Phosphat). Da Niacin hierdurch am Energieumsatz beteiligt ist, orientiert sich die Empfehlung am Energieumsatz.
Der Körper kann Niacin auch aus der Aminosäure Tryptohan synthetisieren. Daher wird der Bedarf in Äquivalenten angegeben werden (1 mg Niacin-Äquivalent = 60 mg Tryptophan, d.h. aus 60 mg Tryptophan entsteht 1 mg Niacin).
Zufuhrempfehlung
Kinder (je nach Alter): 7 bis 12 mg Niacin-Äquivalenten pro Tag
Jugendliche: 18 mg (Jungen) bzw. 15 mg (Mädchen) Niacin-Äquivalente pro Tag
Erwachsene: Frauen 13 mg, Männer 16 mg Niacin-Äquivalenten pro Tag
Senioren: 13 mg Niacin-Äquivalenten pro Tag
Vorkommen in Lebensmitteln
Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier sind gute Quellen für Niacin und Tryptophan. Auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Blattgemüse tragen zur Niacinversorgung bei.
Mögliche Mangelerscheinungen
Ein ernährungsbedingter Niacin-Mangel kommt häufig in Länder mit hohem Verzehr von Mais und Hirse vor, da Niacin hier an einen Protein-Komplex gebunden ist
Pellagra (kranke Haut) = schwerer Niacin-Mangel und gleichzeitiger Protein-Mangel mit der so genannten 3-D-Symptomatik:
Dermatitis = Hautveränderungen an sonnenexponierten Stellen,
Diarrhoe = gastrointestinale Manifestation mit Durchfällen,
Demenz = neurologischen Veränderungen mit Halluzinationen, Depressionen und Verwirrtheitszuständen;
Niacinmangel ist häufig mit einem Mangel an Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin und Protein verbunden.