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Folat

Funktion und Bedarf

Folat ist der Oberbegriff für verschiedene Verbindungen, die sich in der Anzahl der Glutamatreste (Folsäure: einen, Folate bis zu sieben) unterscheiden:

Monoglutamat = freie Folsäure ein Glutamatrest
Resorption: nahezu vollständig
Polyglutamat bis zu sieben Glutamatreste
Resorption ca. 20 %

Sie werden unterschiedlich gut resorbiert. Die Verwertbarkeit der Nahrungsfolate aus einer gemischten Kost beträgt 50 bis 70 %.

Um trotz der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit einen einheitlichen Bedarf abzuleiten, wurde der Begriff der Folatäquivalente eingeführt. Darunter versteht man die Menge eines Derivats, die die gleiche Wirkung wie 1 mg freie Folsäure hat:

Freie Folatäquivalente = Monoglutamat + 0,2 x Polyglutamat

Folat ist an der Zellteilung und -neubildung beteiligt und damit für alle Wachstumsprozesse und das Immunsystem notwendig. Folat hat im Protein- und Nervenstoffwechsel eine große Bedeutung. Außerdem greift Folsäure maßgeblich in den Homocysteinstoffwechsel (Aminosäure) ein. Ein hoher Homocysteinspiegel im Blut geht mit erhöhtem Arterioskleroserisiko einher.

Für Kinder wird (je nach Alter) eine Zufuhr von 200 bis 400 µg Folatäquivalenten empfohlen. Erwachsene sollten täglich 400 µg Folatäquivalente aufnehmen. Diese Zufuhrmenge vermeidet nicht nur einen Folsäuremangel, sondern stellt im Blut eine günstige Homocysteinkonzentration sicher. Frauen mit Kinderwunsch sollten zusätzlich 400 µg Polyglutamat aufnehmen, um Neuralrohrdefekten beim Kind (s.u.) vorzubeugen.

Vorkommen in Lebensmitteln

Folsäure ist fast allen Blattgemüsen vertreten. Besonders reich sind Tomaten, Kohl, Spinat, Blattsalate, Gurken und Spargel, aber auch Orangen, Weintrauben, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Camembert, Weizenkeime und Sojabohnen.

Mögliche Mangelerscheinungen

Megaloblastische Anämie = Veränderungen der Blutbilds;
weitere Symptome eines Folatmangels sind Veränderungen der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes sowie des Urogenitaltraktes und neurologische oder psychiatrische Störungen;
ein Mangel vor und in der frühen Schwangerschaft kann zu Aborten, Entwicklungsstörungen und Neuralrohrdefekten wie offener Rücken (Spina bifida) oder fehlende Gehirnanlage (Anenzephalie) des Kindes führen;
schon ein geringfügiger Folatmangel führt zu einem erhöhten Homocysteinspiegel, der wiederum ein Risikofaktor für Arteriosklerose ist.

Versorgungslage und Risikogruppen

Die Versorgung ist in allen Bevölkerungsgruppen unzureichend:

Kinder und Jugendliche nehmen weniger als die Hälfte der Empfehlungen auf;
Frauen nehmen ca. ein Drittel der Empfehlungen auf;
die Folataufnahme von Männern liegt bei ungefähr 60 % der Empfehlungen.